Michigit Gitarrenkurs Songs: Das Repertoire für erwachsene Anfänger im Check

Michigit Gitarrenkurs Songs im Repertoire-Check – Akustikgitarre für erwachsene Wiedereinsteiger 40+

Der Kapodaster sitzt leicht schief am zweiten Bund, trotzdem klingt der Wechsel von C nach Am sauber durch, meine rechte Hand schlägt den Rhythmus, während die linke bereits den nächsten Griff sucht. Genau dieser Moment, an dem die Finger schneller sind als die bewusste Überlegung, war vor ein paar Monaten noch undenkbar. Als 47-jähriger Wiedereinsteiger mit Projektleiter-Vergangenheit habe ich mir den Michigit-Gitarrenkurs vorgenommen, um herauszufinden, ob sein Repertoire an Songs auch für jemanden in meinem Alter noch trägt, und ob sich ein strukturierter Gitarrenkurs-Vergleich überhaupt lohnt, wenn man wie ich lieber rechnet, bevor man abonniert.

Kurzer Transparenzhinweis, bevor es weitergeht: Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Bucht jemand darüber einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Getestet habe ich unter anderem den Michigit Gitarrenkurs selbst, über mehrere Wochen, mit Übungsplan und Kalender-Tracking wie bei jedem anderen Projekt auch.

Wie viele Songs braucht ein Wiedereinsteiger wirklich?

Bevor ich bei Michigit einstieg, hatte ich es mit wahllosen YouTube-Tutorials versucht: ein Video zu Fingerpicking hier, eines zu Powerchords dort, ohne erkennbaren roten Faden zwischen den Lektionen. Nach zwei, drei Wochen kannte ich zwar einzelne Griffe, aber kein zusammenhängendes Stück, und genau das hat mich als Projektleiter am meisten gestört: kein Fortschritt, der sich irgendwo ablesen ließ. Diesen Ansatz habe ich komplett aufgegeben und stattdessen nach einem Kurs mit klarer Struktur gesucht.

Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich für jeden, der gerne rechnet. Norberg ist seit elf einhalb Jahren am Markt und wirbt mit einer Stornoquote von nur 0,44 Prozent, ein Wert, der für eine sehr zufriedene und sehr geduldige Zielgruppe spricht. Norberg setzt dabei auf ein Lagerfeuer-Repertoire, das schon nach vier Wochen zum ersten Song führen soll. Michigit dagegen baut auf die persönliche Bindung zu einem bekannten YouTube-Gesicht, was für mich am Ende den Ausschlag gab, weil ich sein Unterrichtstempo aus früheren Clips schon kannte. Beim monatlichen Betrag bewegen sich beide Kurse in einer ähnlichen, niedrigen bis mittleren zweistelligen Größenordnung, wenn man die Gebühr aufs Jahr umlegt – konkrete Abo-Preise nenne ich hier bewusst nicht, weil sich die Konditionen laufend ändern.

Nahaufnahme der Hände beim Akkordwechsel im Michigit Gitarrenkurs – Übung für Wiedereinsteiger

Repertoire-Wahl zwischen Nostalgie und Fortschritt

Seit einiger Zeit belegt ein guter Freund von mir einen Aquarellmalerei-Kurs an der Volkshochschule am Klagesmarkt in Hannover. Wenn er von seinem Kursfortschritt erzählt, merke ich jedes Mal, wie ähnlich unsere Herausforderung eigentlich ist: beide lernen wir eine Fertigkeit, die sich nicht in Wochen, sondern über Monate entwickelt, und beide fragen wir uns regelmäßig, ob das gewählte Programm noch das richtige ist. Bei ihm dreht sich die Frage um Motive, bei mir um Songs.

Michigit bietet eine solide Basis an Lagerfeuer-Klassikern, aber die eigentliche Frage lautet: Bringt mich ein einfacher Song schneller voran als ein Lieblingsstück, das eigentlich eine Nummer zu schwer ist? Meine Beobachtung nach mehreren Monaten Übung ist eindeutig: Ein Song, den ich wirklich mag, übersteht frustrierende Lernplateaus deutlich besser als ein technisch leichteres Stück, das mich innerlich kalt lässt. Das emotionale Investment schlägt die reine Drei-Akkord-Einfachheit.

Zum Vergleich: Der AndiT Nr.1 Kurs deckt über 40 Songs auf rund acht Stunden Videomaterial ab, eine ordentliche Dichte, die ich in einem separaten Vergleich der Kosten für Anfänger genauer aufgeschlüsselt habe. Michigit lässt dagegen mehr Raum für Grundlagen, was für echte Neustarter praktisch ist, für Ungeduldige aber zäh werden kann. Wer stattdessen modular und mit Fokus auf E-Gitarre lernen will, findet bei meineMusikschule E-Gitarre ein Angebot mit klar getrennten Etappen, auch wenn die Rückerstattungsquote dort mit 3,45 Prozent etwas über dem Marktschnitt liegt. Für jemanden, der wie ich zwischen Akustik- und E-Gitarren-Einstieg schwankt, ist genau das der Punkt, an dem sich die Kurswahl entscheidet – nicht am Preis, sondern an der Struktur. Notenlesen habe ich mir bei alldem bewusst gespart; Tabulatur und Akkorddiagramme reichen für das, was ich vorhabe, völlig aus.

Tablet mit Songliste aus dem Michigit-Repertoire und Gitarrenplektrum für den Kursvergleich

Nach zehn Wochen war die Blase weg

In der zehnten Woche fiel mir beim Aufräumen des Übungsplatzes etwas auf, das ich vorher nie bewusst registriert hatte: Meine Fingerkuppen fühlten sich nach der Übungseinheit einfach nur müde an, keine wunde Stelle, keine Blase, nichts, das am nächsten Tag noch gezogen hätte. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass sich hier tatsächlich etwas Handfestes verändert hatte – nicht spektakulär, aber messbar, so wie ein Projektstatus, der endlich von Gelb auf Grün springt.

Bis dahin waren die Barré-Akkorde mein größtes Ärgernis, und sie bremsen mich an manchen Abenden bis heute noch aus – ich habe sie fürs nächste Quartal zum Endgegner erklärt und drossle bewusst das Tempo, statt mich zu zwingen. Die Feinmotorik der linken Hand kommt bei Wiedereinsteigern über 40 nach meiner Erfahrung langsamer zurück, als man das mit Ende zwanzig erwartet hätte, dafür aber stabiler, sobald sie einmal sitzt. Wie lang die einzelnen Lektionen bei Michigit dabei ausfallen, habe ich in einem eigenen Beitrag zum Umfang der Lektionen aufgeschlüsselt.

Akustikgitarre lehnt an einem Bücherregal – ruhiger Übungsplatz für den Gitarrenkurs-Vergleich

Fortschritt pro Euro: die Rechnung am Ende

Wer über Michigit hinaus gezielt in Richtung Blues oder Rock will, ist bei spezialisierten Modulen wie denen von meineMusikschule vermutlich besser aufgehoben, wie ich in meinem Test zu Blues und Rock für Erwachsene festgestellt habe. Bevor man sich für ein Abo entscheidet, lohnt sich außerdem ein Blick auf die jeweilige Testphase – manche Anbieter lassen einen ein paar Tage kostenlos reinhören, andere nicht, und dieser Unterschied wiegt am Ende oft mehr als die eigentliche Kursgebühr. Auch beim Equipment würde ich Wiedereinsteigern raten, erst mit dem vorhandenen Instrument zu starten und Zubehör erst nachzukaufen, wenn ein konkreter Engpass auftaucht, statt vorab alles auf Vorrat zu besorgen.

Am Ende zählt für mich weniger, ob das Repertoire nun 40 oder 20 Songs umfasst, sondern ob sich der Fortschritt objektiv nachverfolgen lässt – ähnlich wie ein Projektstatus, den man laufend aktualisiert, statt ihn nur zu hoffen. Die Lektion, die ich aus zehn Wochen Kalkulation und Übung mitnehme, ist simpel: Ein Kurs mit klarer Struktur schlägt jedes noch so motivierende Zufallsvideo, sobald man tatsächlich am Ball bleiben will. Wer einen strukturierten Einstieg sucht und keine Scheu vor etwas Fleißarbeit hat, findet im Michigit Gitarrenkurs ein solides Fundament dafür.