
Ein Abo, das sich jederzeit kündigen lässt, oder ein Einmalkauf, der von Tag eins an gehört – wer als Erwachsener wieder anfängt, E-Gitarre zu lernen, steht zuerst vor genau dieser Entscheidung, nicht vor einer Frage der Motivation. Fast dreißig Jahre nach dem letzten Zupfen an den Saiten vergleiche ich Kurse nicht nach Gefühl, sondern wie jedes andere Projekt: nach Struktur, Laufzeit und dem, was am Monatsende auf der Abrechnung steht. Dieser Online-Kurs-Test stellt MeineMusikschule E-Gitarre, ausgerichtet auf Blues-Gitarre für Anfänger, zwei Alternativen gegenüber, die für einen Gitarrenkurs für Erwachsene ebenfalls infrage kommen.
Transparenz gehört für mich zum Projektplan dazu: Einige der folgenden Links sind Affiliate-Links, über die ich bei einer Buchung eine Provision erhalte, ohne dass für Sie ein höherer Preis entsteht. Getestet habe ich nur, was ich selbst über mehrere Monate im eigenen Übungsalltag genutzt habe – keine Empfehlung, die ich nicht auch einem Kollegen so geben würde.
Modul gegen Song: zwei Lernphilosophien für Erwachsene beim Gitarrenkurs
Mein Einstieg in den Vergleich war die E-Gitarre selbst, die nach fast drei Jahrzehnten wieder aus der Ecke geholt wurde, diesmal aber mit einem klaren Anspruch: Struktur statt Zufall. Bei meineMusikschule E-Gitarre ist der Lehrplan in aufeinander aufbauende Module gegliedert, was für jemanden, der beruflich in Meilensteinen denkt, sofort einleuchtet. Wer den eigenen Fortschritt lieber an konkreten Etappen misst statt an einem Bauchgefühl, findet dazu mehr im Online Gitarrenkurs mit System – dort geht es genauer darum, wie sich Lernfortschritt überhaupt sinnvoll festmachen lässt.
Bei aller Begeisterung für Struktur bleibt die Gegenfrage, was ein modulares System von einem songbasierten Ansatz unterscheidet: klare Phasen und messbare Etappen auf der einen Seite, aber auch die Gefahr, dass reine Skalenübungen die Motivation schneller auffressen als technisches Unvermögen, auf der anderen. Genau an dieser Stelle trennen sich die Anbieter, die weiter unten im Detail gegeneinander antreten.

Was kostet der Wiedereinstieg mit E-Gitarre wirklich?
Wer sich fragt, ob ein Online-Kurs sein Geld wert ist, sollte zuerst die eigene Übungsfrequenz kennen. Bei drei bis vier Einheiten pro Woche liegt der Betrag pro Übungseinheit bei MeineMusikschule ungefähr in der Größenordnung eines Coffee-to-go – kein Schnäppchen, aber auch kein Betrag, der ein Haushaltsbudget kippt. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Fitnessstudio-Abo bewegt sich in einer ähnlichen Region, nur dass die Gitarre am Ende tatsächlich im Arbeitszimmer steht und nicht nur in der Kalenderplanung verstaubt.
Der Unterschied zwischen Abo und Einmalkauf entscheidet dabei oft mehr über den Frust-Faktor als der Kurs selbst: Wer eine monatliche Bindung eingeht, sollte die kostenlose Testphase bis zum letzten Tag ausreizen, bevor die erste Abbuchung kommt – ein Punkt, den ich inzwischen bei jedem neuen Kurs zuerst prüfe, bevor überhaupt eine Zahlungsmethode hinterlegt wird.
Blues-Pentatonik: das Fundament für Gitarren-Anfänger
Fachlich baut MeineMusikschule seinen Blues- und Rock-Zweig auf der Pentatonik auf, dem Gerüst, aus dem sich die meisten Soli in diesem Genre ableiten lassen. Erklärt wird das ohne die trockene Notenlehre eines klassischen Unterrichts, was zu meinem Anspruch passt, keine zweite Ausbildung nebenbei zu betreiben. Wer grundsätzlich lieber ganz auf Notenblätter verzichtet, findet im Online Gitarrenkurs ohne Noten eine Übersicht, wie unterschiedlich die Anbieter genau dieses Versprechen einlösen.
Vor MeineMusikschule hatte ich es mit einer Gitarren-Lern-App auf dem Smartphone versucht, die nach drei Wochen wieder vom Bildschirm verschwand, weil das Feedback auf jeden Griff gleich klang, egal ob er sauber saß oder nicht. Wie groß der Unterschied inzwischen ist, wurde mir klar, als meine Tochter neulich an der offenen Tür stehen blieb und fragte, ob das gerade wirklich ein Song sei und nicht nur eine weitere Übung. Zwischen E-Gitarre und Akustikgitarre hatte ich mich bewusst für die elektrische Variante entschieden, weil der Wiedereinstieg über gedämpfte Töne und einen Kopfhörerausgang leichter fällt als über schmerzende Fingerkuppen auf Stahlsaiten.
Das Arbeitszimmer in unserer Altbauwohnung in der Südstadt ist dabei kein Übungsraum im klassischen Sinn: Der Kursordner liegt aufgeklappt neben den beiden Monitoren, die schwarze Pacifica lehnt griffbereit an der Wand, und der kleine Übungsverstärker gibt im Standby ein feines Summen von sich, das ich inzwischen so wenig wahrnehme wie den Lüfter im Rechner daneben.

Kündigungsfrist und Einmalkauf vor der Buchung prüfen
Beim Blick auf die Marktdaten sticht ein Kurs besonders heraus: Der Norberg Gitarrenkurs ist seit 11,5 Jahren im Angebot und kommt auf eine Stornoquote von nur 0,44 Prozent – ein Wert, der bei einem Projekt dieser Laufzeit für sich spricht. Wer über so viele Jahre fast niemanden verliert, hat entweder ein sehr eng definiertes Zielpublikum getroffen oder schlicht ein Format gefunden, das hält, was es verspricht.
Ganz anders tickt der AndiT Gitarre Nr.1 Kurs: 17 Lektionen, über 40 Songs und ein YouTube-Kanal mit mehr als 16.000 Abonnenten sorgen dafür, dass Neulinge sofort ein Stück wiedererkennen, statt zunächst nur Tonleitern zu üben. Für jemanden, der nach Feierabend lieber ein ganzes Lied zu Ende bringt als eine isolierte Übung zu wiederholen, ist das ein handfestes Argument.
Auch Michigit taucht in meiner Liste auf, mit einem Kursangebot, das seit sechs Jahren stabil läuft und Ratenzahlung erlaubt – ein Weg, der vorsichtigen Einsteigern die Entscheidung leichter macht, ohne sich sofort langfristig zu binden. Ein Leser namens Günter Raake, der über meine Vergleichsseite auf mich gestoßen ist, wollte kürzlich exakt wissen, wie die Kündigungsfrist bei MeineMusikschule geregelt ist, bevor er selbst nach Jahrzehnten Pause wieder einsteigt – eine berechtigte Frage, denn ein Monatsabo, das bei Inaktivität einfach weiterläuft, kostet am Ende mehr als der reine Kurspreis. Wer zusätzlich unsicher ist, ob überhaupt die E-Gitarre das richtige Instrument für den Neustart ist, findet im Vergleich für Akustikgitarre eine Gegenüberstellung, die schon beim Grundsetup ansetzt – von einem passenden Übungsverstärker bis zur Sitzhaltung – statt gleich bei der Tonleiter. Dazu kommt die reine Fingermotorik: Nach Jahrzehnten Pause brauchen Bünde und Saitenabstand spürbar länger, bis sie sich vertraut anfühlen, ein Faktor, den kein Kursanbieter in der Werbung erwähnt.

MeineMusikschule im Test: welcher Kurs lohnt sich wann?
Mein Arbeitskollege Stephan Brückmann fragt bei fast jedem Spaziergang durch die Herrenhäuser Gärten, wie weit ich inzwischen bin, meistens mit einem Grinsen, das zwischen echtem Interesse und Belustigung über meine Midlife-Wiederentdeckung schwankt. Seine Frage bringt mich jedes Mal zurück zur eigentlichen Abwägung: nicht, welcher Kurs objektiv der beste ist, sondern welcher zum eigenen Lerntyp passt.

Für alle, die Struktur über alles stellen und bereit sind, sich zunächst durch Skalen statt durch Songs zu arbeiten, bleibt meineMusikschule E-Gitarre die verlässlichere Wahl – vorausgesetzt, das Abo wird aktiv gekündigt, sobald eine längere Pause ansteht. Wer dagegen schon nach der ersten Übungswoche ein ganzes Stück spielen will, selbst wenn die Technik noch wackelt, ist bei AndiT besser aufgehoben. Und wer vor allem Sicherheit sucht, dass ein Kurs auch in einem Jahrzehnt noch existiert und gepflegt wird, landet fast zwangsläufig bei der Norberg Methode, deren Beständigkeit auf dem Markt ihresgleichen sucht. Keine dieser drei Antworten ist falsch – sie beantworten nur unterschiedliche Fragen, und genau deshalb lohnt sich dieser Vergleich, bevor man das erste Mal auf den Buchungs-Button klickt.