
3,45 Prozent aller Käufer eines der beiden großen Online-Gitarrenkurse verlangen ihr Geld zurück – deutlich mehr als der Marktschnitt für diese Art von Kurs, wie ich bei meiner Recherche vor der Entscheidung gelesen habe. Diese Zahl hat meine Kalkulation ziemlich durcheinandergebracht, gerade als ich dabei war, zwei Anbieter für mein Comeback an der Gitarre gegeneinander abzuwägen. Nach 25 Jahren Pause wollte ich diesmal nicht einfach drauflosklicken, sondern rechnen, bevor ich mich für einen Kurs zum Gitarre lernen als Erwachsener entscheide – und genau diese Rechnung führt mich zu einem Irrtum, dem viele Wiedereinsteiger aufsitzen.
Transparenzhinweis vorab: Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links, unter anderem zu AndiTGitarre Nr.1 Gitarrenkurs. Bucht jemand darüber einen Kurs, erhalte ich eine Provision, ohne dass für Sie ein Cent mehr anfällt. Genau diese Provisionslogik ist übrigens mit ein Grund, warum ich Vergleiche wie diesen lieber mit konkreten Zahlen führe als mit Bauchgefühl – sonst könnte ich genauso gut würfeln.
Ist der bekanntere Kurs automatisch die sichere Wahl für Wiedereinsteiger?
Der verbreitete Irrglaube unter Rückkehrern zur Gitarre lautet: Je größer und bekannter der Anbieter, desto geringer das Risiko, Zeit oder Geld zu verschwenden. Nach Monaten des Vergleichens zwischen meineMusikschule E-Gitarre und AndiTGitarre kann ich das so pauschal nicht bestätigen. Wer mit 47 nach Jahrzehnten wieder anfängt, sollte weniger auf den Markennamen schauen und mehr auf zwei konkrete Fragen: Was passiert mit der Zahlung, wenn ich mal zwei Wochen nicht zum Üben komme, und wie schnell komme ich zu einem Stück, das sich nach Musik anhört und nicht nach Fingerübung?
Ein Leser aus meinem Blog-Forum, Günter Raake, hat mir genau diese Frage mit der Präzision eines Menschen gestellt, der jede Kündigungsfrist zweimal liest, bevor er unterschreibt: Was passiert mit dem Abo, wenn man mal zwei, drei Wochen keine Zeit zum Üben findet? Welches Equipment für den Wiedereinstieg überhaupt sinnvoll ist, klammere ich an dieser Stelle bewusst aus – dazu habe ich in meiner Kaufberatung für E-Gitarren-Sets für Anfänger 40+ schon gerechnet.
Die Abo-Falle beim Online-Musikschule-Vergleich
Bei meineMusikschule zeigt sich das Problem konkret: Das Monatsabo läuft weiter, auch wenn man zwei oder drei Wochen keine Zeit zum Üben findet. Für jemanden mit vollem Terminkalender ist das kein Beinbruch, aber genau die Art von Kleingedrucktem, die aus einer soliden Wahl eine teure Gewohnheit macht. Der Kurs selbst ist breit aufgestellt – E-Gitarre, Akustik und Bass unter einer Marke, seit fast fünf Jahren stabil im Angebot – nur persönliches Feedback von einer echten Lehrkraft gibt es nicht, nur vorgefertigtes Material. Ob ein Abo oder eine Einmalzahlung grundsätzlich die bessere Wette ist, hängt am Ende stark vom eigenen Durchhaltevermögen ab – ein Vergleich, der ein eigenes Kapitel für sich verdient und den ich hier bewusst nicht aufrolle.
AndiTGitarre setzt auf fertige Songs statt Fingerübungen
AndiTGitarre verfolgt einen anderen Ansatz: Statt sich zuerst durch Tonleitern und Theorie-Kapitel zu arbeiten, sitzt man von der ersten Einheit an an echten Songs. Irgendwann an einem Abend habe ich ein Stück zweimal angesetzt und beim zweiten Versuch komplett durchgespielt, ohne einmal hängenzubleiben – kein Geniestreich, aber genau das Gefühl, das mir bei den reinen Technikübungen vorher gefehlt hat. Bevor ich überhaupt den ersten Ton anspiele, drehe ich die Stimmmechaniken nach, und das kühle Metall unter den Fingerkuppen ist mir inzwischen so vertraut wie der Griff zur Kaffeetasse am Morgen. Für Wiedereinsteiger, die erst wieder Hornhaut an den Fingerkuppen aufbauen müssen, ist genau diese Flexibilität beim Üben viel wert.
Preislich bewegt sich der Kurs im niedrigen dreistelligen Bereich als Einmalzahlung, während meineMusikschule je nach Monats- oder Jahreszahlung etwas darüber liegt. Wie genau sich die Gesamtkosten zwischen diesen beiden Zahlweisen über die Zeit verschieben, ist eine eigene Rechnung, die für sich schon einen ganzen Vergleich füllt. Verglichen mit einer Präsenzstunde bei einem Lehrer vor Ort, die auch nach 25 Jahren Pause pro Termin spürbar mehr kostet als eine einzelne Einheit im Online-Kurs, bleibt die Einmalzahlung eine überschaubare Investition – überschaubar genug, dass ich sie ohne schlechtes Gewissen aus dem laufenden Budget bezahlt habe.
Modul-Tiefe im Vergleich: Warum sie nicht automatisch gewinnt
Wer nach Struktur sucht, findet bei meineMusikschule zweifellos die größere Tiefe – Theorie, Technik und mehrere Instrumente unter einer Marke. Nur ist Tiefe für einen Wiedereinsteiger mit knapp bemessener Übungszeit am Abend nicht automatisch der entscheidende Faktor. Der Norberg Methode für analytische Lerner-Ansatz etwa ist seit über elf Jahren am Markt und kommt mit einer Stornoquote von unter einem halben Prozent – konzipiert dafür, in vier Wochen zu einem ersten kompletten Stück zu kommen. Das zeigt: Stabilität und Zufriedenheit hängen nicht an der Kursbreite, sondern daran, ob das Format zum eigenen Lerntyp passt.
Der AndiTGitarre Nr.1 Kurs bietet für den schnellen Wiedereinstieg das bessere Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis, weil die Hürde zum Anfangen niedriger ist – man zahlt einmal, der Kurs gehört einem, und ein verpasster Übungstermin wegen eines Projekt-Deadlines kostet kein schlechtes Gewissen. Bei meineMusikschule zahlt man dagegen für eine Breite, die ein Wiedereinsteiger in den ersten Monaten oft gar nicht ausschöpft.
Rechnen, bevor man klickt
Mein Kollege Stephan fragt inzwischen bei jedem Treffen, wie weit ich schon bin – eine Frage, die mich zwingt, ehrlich zu bleiben, auch mir selbst gegenüber. Ehrlich heißt: Nicht jeder Anlauf hat funktioniert. Vor den beiden Online-Kursen hatte ich einen VHS-Kurs für Erwachsene besucht, und das Gruppentempo dort war für mich schlicht zu langsam – während andere noch am ersten Griff übten, wollte ich längst weiter. Genau in diesem Moment wurde mir klar, dass ich einen Kurs brauche, der sich meinem Tempo anpasst und nicht umgekehrt. Als jemand, der seine Midlife-Crisis lieber mit einer Kalkulationstabelle als mit einem Motorrad bekämpft, war mir dieser Punkt wichtiger als jedes Hochglanz-Testimonial.
Auch der Michigit Gitarrenkurs gehört in diesen Vergleich, schon weil er von einem der bekannteren deutschen Gitarren-YouTuber unterrichtet wird und Menschen über 40 gezielt anspricht. Das Kursmaterial ist seit 2015 im Umlauf und läuft auf Digistore24 seit sechs Jahren stabil, mit der Option auf Ratenzahlung für alle, die sich nicht sofort auf eine Summe festlegen wollen. Mehr zum Umgang mit knapper Zeit neben dem Job habe ich in meinen Zeitmanagement-Tipps für berufstätige Hobbymusiker zusammengefasst.
Der eigentliche Vergleich fand größtenteils in meinem Arbeitszimmer in der Südstadt statt, einer Altbauwohnung mit einem Schreibtisch, auf dem zwei Bildschirme und ein aufgeklappter Ordner mit Kursnotizen um Platz konkurrieren. Rechts daneben lehnt eine schwarze Yamaha Pacifica an der Wand, im Regal steht noch ein vergilbtes Tabulaturheft aus den Neunzigern, und das digitale Metronom auf der Schreibtischkante tickt inzwischen häufiger als noch vor einem Jahr. Neulich stand ich im Kulturzentrum Faust in Hannover bei einem Konzert und sah einer Gitarristin zu, deren Finger mühelos zwischen den Bünden wechselten, während sie mit dem Publikum sprach – genau das Ziel, das mich seit Monaten antreibt.
Wie sich der eigene Fortschritt überhaupt objektiv messen lässt, statt ihn nur zu erahnen, ist ein Thema für sich, dem ich an anderer Stelle mehr Platz gegeben habe. Ob E-Gitarre oder Akustikgitarre der bessere Einstieg nach der Pause ist, lasse ich hier ebenfalls außen vor. Genauso, welche kostenlosen Testphasen die einzelnen Anbieter tatsächlich einräumen, bevor die erste Zahlung fällig wird – die Unterschiede dort sind größer, als man vermutet. Dass ich inzwischen weitgehend auf klassisches Notenlesen verzichte und trotzdem vorankomme, ist wieder eine andere Geschichte, und wie man die Fingerfertigkeit nach Jahrzehnten Pause zurückgewinnt, verdient ebenfalls ein eigenes Kapitel.
Mein Rat für Wiedereinsteiger: Kriterium statt Kursname
Mein Rat nach Monaten des Vergleichens: Fragen Sie nicht zuerst nach dem bekannteren Namen, sondern nach zwei Dingen – was mit der Zahlung passiert, wenn Sie mal pausieren, und wie schnell Sie zu einem Stück kommen, das sich nach Musik anhört und nicht nach Pflichtübung. Bei mir fiel die Antwort auf die Einmalzahlung und den Song-Fokus, weil beides zu meinem knappen Zeitbudget passt und ich nicht riskieren wollte, ein Abo weiterzuzahlen, das ich in hektischen Wochen kaum nutze. Wer genauso strukturiert an den Wiedereinstieg herangehen will, findet die passende Rechnung bei AndiTGitarre Nr.1 Gitarrenkurs – für mich war das am Ende weniger eine Frage des Kursnamens als eine Frage der eigenen Nutzung.