Bester Online Gitarrenkurs für Linkshänder: Michigit im Test für Späteinsteiger

Linkshänder-Gitarrenkurs Michigit im Test: Kursvergleich für Späteinsteiger über 40

Jeder zehnte Mensch ist Linkshänder – doch fast jeder Online-Gitarrenkurs ist ausschließlich für Rechtshänder aufgebaut. Genau darum geht es in diesem Michigit-Test: Ich ordne den Kurs in meinen laufenden Vergleich für Wiedereinsteiger beim Gitarre lernen mit über 40 ein und prüfe nüchtern, ob sich die gespiegelte Anleitung tatsächlich wegtrainieren lässt oder ob das Label „linkshändergeeignet" nur Marketing ist.

Kurzer Transparenzhinweis vorab: Einige Links in diesem Test sind Affiliate-Links, unter anderem zum Michigit Gitarrenkurs. Bucht jemand darüber, bekomme ich eine Provision, ohne dass für Sie ein höherer Preis entsteht. Ich schreibe hier nur über Kurse, die ich selbst über längere Zeit systematisch durchgetestet habe – alles andere wäre für einen Vergleich wie diesen ohnehin wertlos.

Meine Position vorweg, ohne Umschweife: Die kognitive Umgewöhnung für Linkshänder kostet messbar Zeit, ist aber kein Ausschlusskriterium – vorausgesetzt, der Kurs liefert klare Nahaufnahmen und einen Aufbau, der nicht ausschließlich auf verbale Anweisungen setzt. Genau das trifft auf Michigit größtenteils zu, mit einer wichtigen Einschränkung, die ich weiter unten aufschlüssle.

Warum die meisten Online-Kurse Linkshänder ausbremsen

Das Problem beginnt nicht am Instrument, sondern im Kopf. Sagt ein rechtshändischer Lehrer „Zeigefinger auf den ersten Bund", muss ich das Bild erst gedanklich spiegeln, bevor die Hand überhaupt reagiert. Für mich als jemanden, der beruflich Projekte plant, fühlt sich das an wie eine zusätzliche Übersetzungsschicht im Ablaufplan, die in keinem Zeitplan auftaucht, aber trotzdem Kapazität frisst. Mit 47 nochmal bei null anzufangen fühlt sich ohnehin weniger nach Midlife-Crisis-Motorrad an und mehr nach einem Projekt mit schlecht dokumentierten Anforderungen.

Präzise beziffert liegt der Anteil bei 10-12% der Bevölkerung – eine Zahl, die in den meisten Kurskatalogen keine Rolle spielt. Bevor ich bei Michigit gelandet bin, habe ich unter anderem den Norberg Gitarrenkurs für den reinen Einstieg geprüft und in meinen laufenden Kursvergleich pro Euro eingeordnet – wie das im Detail funktioniert, beschreibe ich in einem separaten Vergleichsartikel.

Ob überhaupt E-Gitarre oder Akustikgitarre das bessere Comeback-Instrument ist, klammere ich hier bewusst aus; das behandle ich in einem eigenen Artikel ausführlicher.

Nahaufnahme der Finger beim Akkordgriff auf einer Linkshänder-Gitarre im Michigit-Kursvergleich

Wie Michigit mit der Spiegelverkehrung umgeht

Bei Michigit ist das Material seit 2015 gewachsen, und genau diese Reife merkt man in den Nahaufnahmen der 6 Saiten: Kamera und Winkel sind so gewählt, dass der Transfer für Linkshänder spürbar leichter fällt als bei den meisten Konkurrenzangeboten.

Welches Equipment sich für den Wiedereinstieg wirklich lohnt und was reine Geldverschwendung ist, habe ich andernorts durchgerechnet. Wie sich die Fingerfertigkeit bei Wiedereinsteigern über 40 grundsätzlich zurücktrainieren lässt, ist ebenfalls ein eigenes Thema bei mir.

Wer unsicher ist, ob ein solcher Kurs zur eigenen Lernsituation passt, findet in meiner Analyse zur Qualität von Online Gitarrenkursen handfeste Kriterien dafür.

Kosten pro Übungsstunde: Was der Kurs wirklich kostet

Rein strukturell ist der Norberg Kurs seit elfeinhalb Jahren auf Digistore24 gelistet und baut auf Beständigkeit statt auf schnelle Erfolge; Details dazu stehen in den Norberg Gitarrenkurs Lerninhalte. Michigit wirkt dagegen moderner, fast wie ein lockeres Coaching-Format, was für mich als jemanden mit wenig freier Zeit am Abend eher zieht.

Wie sich ein realistisches Übungspensum neben einem Vollzeitjob überhaupt takten lässt, rechne ich in einem eigenen Zeitmanagement-Artikel durch. Wie lange sich die einzelnen Anbieter kostenlos testen lassen, bevor überhaupt Geld fließt, unterscheidet sich spürbar und ist ebenfalls einen eigenen Vergleich wert. Und ob sich für Erwachsene grundsätzlich eher ein Abo oder ein Einmalkauf lohnt, ist eine Rechnung, die ich andernorts im Detail durchgeführt habe.

Für den tieferen Zahlenvergleich lohnt sich mein Kostenvergleich zwischen Michigit und privatem Lehrer: Pro Übungseinheit gerechnet landet man bei einem Betrag, der spürbar unter einer einzelnen Präsenzstunde bei einem Lehrer vor Ort liegt, auch wenn Michigit selbst keine festen Zahlen kommuniziert und die Ratenzahlung eher ein Signal für vorsichtige Einsteiger als ein Rechenmodell ist.

Notizen und Plektrum neben Laptop mit Michigit-Videolektion für Gitarren-Wiedereinsteiger über 40

Songs vor Technik – Michigits größter Kompromiss

Michigit setzt auf Quick Wins: Songs zuerst, Theorie später oder gar nicht. Mein Studienfreund Carsten, seit Jahrzehnten Bassist in einer Coverband, hätte bei diesem Aufbau vermutlich nur den Kopf geschüttelt – er hält grundsätzlich wenig von Kursen, die Songs vor die Grundtechnik stellen.

Um die fehlende Feedback-Schleife auszugleichen, habe ich eine Weile eine KI-App mit Mikrofonauswertung parallel laufen lassen. Die Idee war gut, die Umsetzung nicht: Beim Stimmen meldete die App ständig Fehler, die keine waren, und ist inzwischen wieder von meinem Handy verschwunden. Aussagekräftiger als jede App-Auswertung war ohnehin ein Moment neulich beim Üben: einen der ersten Songs im Kurs zweimal hintereinander komplett durchgespielt, ohne hängenzubleiben.

Ein Forenmitglied namens Andreas Tolle brachte kürzlich einen Punkt ein, der mir vorher nicht bewusst war: Bei Kursen mit Live-Unterricht über Zoom kann schon eine kleine Audiolatenz das Timing-Gefühl beim Nachspielen verfälschen – ein Problem, das ein aufgezeichneter Kurs wie Michigit naturgemäß nicht hat, dafür aber auch keine direkte Feedback-Schleife durch einen Lehrer bietet. Wie wichtig echte persönliche Betreuung für erwachsene Lerner tatsächlich ist, bleibt eine Frage für einen eigenen Artikel. Ob eine App mit Mikrofon-Feedback oder ein klassischer Videokurs die bessere Wahl ist, vergleiche ich andernorts ausführlicher.

Dass dabei kein klassisches Notenlesen nötig ist, ist im Songformat ohnehin eingepreist; wie gut sich Kurse komplett ohne Noten tragen, ist ein eigenes Thema andernorts. Wie ich Fortschritt über einen längeren Zeitraum systematisch messe, statt mich auf Bauchgefühl zu verlassen, beschreibe ich in einem separaten Artikel.

Lohnt sich Michigit für Linkshänder über 40?

Für mich lautet die Antwort ja, mit einer klaren Einschränkung: Wer als Linkshänder Struktur will und Songs als Motivation braucht, findet beim Michigit Gitarrenkurs ein Format, das die Spiegelverkehrung erträglich macht, ohne sie wegzuzaubern. Wer dagegen eine klassischere, fast akademische Struktur bevorzugt, ist bei meineMusikschule E-Gitarre vermutlich besser aufgehoben, gerade wegen der breiteren Kursauswahl unter einer Marke.

Meine Faustregel nach dem Vergleich: Wer nach spätestens zwei Übungseinheiten merkt, dass die gespiegelte Anleitung mehr nervt als motiviert, sollte den Kurs wechseln, statt sich durchzuquälen – die kognitive Zusatzlast für Linkshänder verschwindet bei keinem Anbieter komplett, sie wird nur unterschiedlich gut abgefedert.

Wer selbst einsteigen will: Die Kurzbewertung mit Vor- und Nachteilen steht direkt im Kasten darunter, inklusive Link zum Kurs.

8.7

Michigit Gitarrenkurs [YouTube-Vertrautheit]

Vorteile

  • + Hoher Praxisanteil durch songbasierten Einstieg
  • + Sehr klare visuelle Erklärungen (wichtig für Linkshänder)
  • + Ratenzahlung ermöglicht risikoarmen Test für Vorsichtige
  • + Langjährige Beständigkeit des Anbieters seit 2015

Nachteile

  • ✘ Keine direkte Feedback-Schleife durch einen Lehrer
  • ✘ Zusätzlicher mentaler Aufwand für Linkshänder bleibt
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