
Es ist spät am Abend in meinem Arbeitszimmer in Hannover. Auf dem zweiten Monitor flimmert noch eine Excel-Tabelle mit der Kosten-Nutzen-Analyse für ein Projekt, das nächste Woche in die heiße Phase geht. Doch mein Blick wandert immer wieder zu der anderen Tabelle: meinem persönlichen Lernfortschritt an der Gitarre. Seit ich Ende 2024 die alte Westerngitarre aus dem Keller geholt habe, die dort 25 Jahre ein Schattendasein fristete, versuche ich, die Sache mit der Systematik eines Projektleiters anzugehen. Die Akkorde sitzen mittlerweile halbwegs, aber die bittere Erkenntnis kam Anfang April: Es klingt immer noch wie ein hölzerner Projektplan, nicht wie Musik. Es fehlt der Fluss, das, was Musiker wohl als Groove bezeichnen würden.
Der hölzerne Projektplan: Warum Akkorde allein nicht klingen
Ich hatte mir das einfacher vorgestellt. Wenn man weiß, wo die Finger der linken Hand auf den 6 Saiten liegen müssen, sollte der Song doch eigentlich fertig sein, oder? Mein Gehirn hatte die Gitarre wie eine Tastatur abgespeichert: Taste drücken, Ton kommt. Doch die Realität im Home Office sah anders aus. Ich konnte zwar zwischen G-Dur und C-Dur wechseln, aber dazwischen entstanden Pausen, die länger waren als eine durchschnittliche Kaffeepause in der Kantine. Mein Spiel war mechanisch, abgehackt und – um ehrlich zu sein – ziemlich frustrierend.
In meiner Welt als Projektleiter weiß ich, dass die Schnittstellen oft wichtiger sind als die einzelnen Arbeitspakete. Auf die Gitarre übertragen bedeutet das: Der Wechsel zwischen den Griffen und die Beständigkeit der rechten Hand sind der Kleber, der alles zusammenhält. Ich suchte nach einem Kurs, der nicht nur zeigt, 'wo' man drückt, sondern 'wie' man die Zeit dazwischen füllt. So landete ich nach einigem Rechnen und dem Vergleich verschiedener Abomodelle bei Michigit. Was mich dort ansprach, war die nüchterne Art, wie die Schlaghand thematisiert wird. Kein mystisches Gerede von 'Gefühl', sondern klare Anweisungen für die Motorik.

Die Entdeckung von Systematik: Michigits Fokus auf die Schlaghand
Nach den ersten vier Wochen mit dem Kurs wurde mir klar, dass ich die Schlaghand sträflich vernachlässigt hatte. Während ich mich darauf konzentrierte, die Hornhaut an der linken Hand aufzubauen, hing die rechte Hand oft untätig herum oder führte unkontrollierte Bewegungen aus. Michigit bricht diesen Prozess auf. Es gibt spezielle Module, die sich ausschließlich dem Rhythmus widmen. Für jemanden wie mich, der gerne in Meilensteinen denkt, war das eine Offenbarung. Man lernt dort nicht einfach nur 'schrammeln', sondern man lernt die Architektur eines Taktes kennen.
Besonders hilfreich fand ich die grafische Aufbereitung. In den Videos wird oft sehr deutlich gezeigt, wie die Hand sich kontinuierlich bewegen muss, auch wenn man gerade keine Saite berührt. Das Prinzip des permanenten Wechselschlags ist wie ein Metronom, das im eigenen Unterarm eingebaut ist. Ich erinnerte mich an die Michigit Videoqualität im Test, die ich mir vorher angesehen hatte – die Detailaufnahmen der Schlaghand sind hier wirklich der entscheidende Faktor für das Verständnis. Wenn man sieht, wie der Plektrumwinkel den Widerstand an den Saiten verändert, fängt man an, die Mechanik dahinter zu begreifen.
Rhythmus als Meilensteinplan: Die Mathematik des 4/4-Takts
In der Musiktheorie ist der 4/4-Takt der Standard-Taktart in der Popmusik. Für mich ist er ein Raster aus acht Achtelnoten. Wenn ich mich vor die Kamera setze und die Übungen von Michigit mitmache, fühlt es sich an wie das Abarbeiten einer Checkliste. Abwärts, Aufwärts, Abwärts (Luftschlag), Aufwärts. Das ist Logik, die ich verstehe. Bevor ich überhaupt die erste Saite anschlage, stimme ich meine Gitarre akribisch. Der Kammerton A mit seiner Frequenz von 440 Hz ist dabei mein Fixpunkt – eine mathematische Konstante in einer für mich noch recht chaotischen Musikwelt.
Während der Urlaubszeit im Juli hatte ich endlich die Ruhe, mich tiefer in die Rhythmus-Pyramide einzuarbeiten. Ich merkte jedoch schnell: Je mehr ich versuchte, absolut perfekt auf den Klick zu spielen, desto steifer wurde ich. Hier kam ein Wendepunkt in meinem Denken, den ich so nicht erwartet hatte. In einem der Kursabschnitte wurde suggeriert, dass man den Rhythmus zwar verstehen muss, aber nicht wie eine Maschine exekutieren sollte. Ich dachte mir: Wenn ich ein Budget von einer Million planen kann, werde ich wohl diesen Off-Beat im zweiten Takt treffen. Aber die Wahrheit ist: Das Gehirn blockiert, wenn der Anspruch an Perfektion die Spielfreude erstickt.

Der Mut zur Lücke: Warum Fehler den Groove machen
Hier kommt mein persönlicher Ansatz ins Spiel, der vielleicht etwas unkonventionell für einen Projektleiter klingt: Statt stundenlangem, starrem Metronom-Training habe ich angefangen, bewusst Rhythmus-Fehler zuzulassen. Michigit bietet hierfür eine gute Basis, da die Übungen oft mit Backing-Tracks unterlegt sind. Ich habe gelernt, dass ein kleiner 'Schlenker' oder ein minimal zu spät getroffener Akkord dem Ganzen einen menschlichen Charakter verleiht. Es klingt dann weniger nach einem MIDI-File aus den 90ern und mehr nach jemandem, der wirklich in seinem Wohnzimmer sitzt und Spaß hat.
Natürlich darf das Ganze nicht im Chaos enden. Die Struktur bleibt das Gerüst. Aber innerhalb dieses Gerüsts darf man sich bewegen. Ich nutze oft Gitarre lernen mit Playalongs, um dieses Gefühl zu trainieren. Wenn die Band im Hintergrund stabil bleibt, kann ich es mir leisten, mal eine Achtelnote etwas 'dreckiger' zu spielen. Das Ziel ist nicht die maschinelle Präzision, sondern die Stabilität im Groove. Vor etwa zwei Wochen hatte ich diesen Moment, in dem ich das erste Mal nicht mehr über die Ab- und Aufschläge nachgedacht habe. Meine Hand lief einfach mit, während ich mich auf den Text konzentrierte.
Bilanz nach sechs Monaten: Von April bis September
Wenn ich heute, Mitte September, meine Aufnahmen von April höre, muss ich schmunzeln. Das war kein Rhythmus, das war eher ein Stolpern über die Saiten. Der systematische Aufbau bei Michigit hat mir geholfen, eine Basis zu schaffen, die über das bloße Auswendiglernen von Songs hinausgeht. Ich rechne meine Lernzeit gerne in Sessions um: Bei einem monatlichen Abopreis von etwa 25 Euro und ca. 15 Übungseinheiten pro Monat lande ich bei etwa 1,66 Euro pro Session. Das ist eine Investition, die sich für mich absolut rechnet, besonders wenn ich den subjektiven Fortschritt betrachte.
Das leichte Brennen in der rechten Armbeuge nach 20 Minuten konzentriertem Wechselschlag-Training bei 80 BPM ist für mich mittlerweile ein Zeichen von Erfolg geworden – fast wie das Gefühl nach einer Stunde im Fitnessstudio. Es ist ein körperliches Lernen, das Zeit braucht. Als Projektleiter bin ich gewohnt, Ergebnisse schnell herbeizuführen, aber die Gitarre lehrt mich eine andere Form von Geduld. Man kann Rhythmus nicht erzwingen, man muss ihn sich erarbeiten, Takt für Takt, Meilenstein für Meilenstein.

Abschließend lässt sich sagen, dass für erwachsene Anfänger, die vielleicht wie ich mitten im Berufsleben stehen und eine Struktur brauchen, Kurse wie Michigit einen entscheidenden Vorteil bieten: Sie nehmen die Angst vor der Komplexität. Man wird nicht mit 'Spüren Sie den Beat' allein gelassen, sondern bekommt Werkzeuge an die Hand, mit denen man arbeiten kann. Und wenn man dann irgendwann merkt, dass man den Fuß im Takt mitwippt, ohne darüber nachzudenken, dann weiß man, dass der Plan aufgegangen ist. Meine Mittelalterkrise hat mich zumindest dazu gebracht, wieder zuzuhören – und zwar nicht nur den Zahlen, sondern auch dem Klang zwischen den Schlägen.