MeineMusikschule E-Gitarre im Test: Mein 14-Wochen-Projektbericht (Update 2026)

Aktualisiert
E-Gitarre Testbericht: Wiedereinstieg nach 25 Jahren Pause mit meineMusikschule

Fünfundzwanzig Jahre stand der schwarze Gitarrenkoffer unberührt im Keller, bevor ich ihn wieder öffnete. Die Saiten fühlten sich an wie rostiger Drahtzaun, und beim ersten Nachstimmen lag das kalte Metall der Stimmmechaniken schwerer in den Fingern, als ich es aus meiner Jugend in Erinnerung hatte. Dieser Testbericht zum E-Gitarre-Wiedereinstieg ist keine Verklärung, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was der Kurs von meineMusikschule technisch leistet, was er pro Übungseinheit kostet und wo er im Selbststudium an Grenzen stößt.

Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Bericht sind Affiliate-Links. Wenn Sie darüber einen Kurs buchen, erhalte ich eine Provision, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Empfohlen wird hier ausschließlich, was ich über einen Zeitraum von 14 Wochen systematisch getestet und in einer eigenen Tabelle dokumentiert habe — allen voran der Kurs von meineMusikschule.

Ausschlaggebend für die Wahl war die modulare Struktur: kein Community-Trubel, sondern ein Lehrplan, der sich in klare Etappen zerlegen lässt. Mein Gedächtnis für Notenblätter hat in den letzten zwei Jahrzehnten spürbar gelitten, weshalb die Frage, ob sich ein Online Gitarrenkurs ohne Noten sinnvoll durchziehen lässt, für mich kein Nebenkriterium war, sondern eine Grundvoraussetzung.

Warum der Modulaufbau wie ein Lastenheft funktioniert

Notizbuch mit Übungsplan und Plektrum für den E-Gitarre-Wiedereinstieg neben Laptop mit Kursvideo

Der Kurs von meineMusikschule ist streng linear aufgebaut, fast wie ein Lastenheft für die Finger: erst Haltung und Synchronisation beider Hände, erst danach die ersten Riffs. Wer stattdessen YouTube-Tutorials ohne erkennbaren roten Faden durchklickt, wie ich es in den ersten Tagen nach dem Auspacken der Gitarre versucht habe, übersieht leicht fundamentale Techniken wie Palm Muting und muss sie später mühsam nachlernen. Wer dagegen einen klaren Fahrplan sucht, findet in dem, was ich unter Gitarre lernen mit System verstehe, eine Blaupause, die sich auch als Fortschritt pro investierter Übungsstunde durchrechnen lässt — ein Vergleichspunkt, den man ohnehin im Kopf haben sollte, wenn man verschiedene Online-Gitarrenkurse nach Fortschritt pro Euro gegeneinander abwägt.

Im Vergleich dazu wirkt der norberg Gitarrenkurs geradezu gemütlich: eine niedrige Stornoquote und viel Geduld für alle, die kein straffes Tempo brauchen. Mir persönlich war die dichtere Taktung von meineMusikschule wichtiger, gerade weil ich nach zwei verlorenen Jahrzehnten keine Lust hatte, mich in Community-Diskussionen statt in echter Übungszeit zu verlieren.

Inhaltlich baut der Kurs in aufeinanderfolgenden Modulen auf: zuerst Powerchords und Rhythmusstabilität, dann die Einführung der Pentatonik, schließlich die Kombination dieser Elemente in ersten Licks und einem kurzen Solo. Diese Reihenfolge ist keine willkürliche Content-Sammlung, sondern folgt derselben Logik, nach der ich auch technische Projekte plane: erst die Grundlage absichern, dann komplexer werden.

Wer nach Jahrzehnten Pause wieder einsteigt, muss selten neues Equipment kaufen — die alte E-Gitarre aus dem Keller reicht meistens, entscheidender ist ein sauberes Setup aus Verstärker, Kopfhörern und Kabeln, bevor die erste Lektion beginnt. Ob es überhaupt die elektrische oder doch die akustische Variante sein sollte, ist ohnehin eine andere Abwägung als die des Kursanbieters, und meine Midlife-Ungeduld sprach klar für die Variante mit Verzerrer.

Rund 250 Euro, 42 Einheiten: die Rechnung dahinter

Der Kurszugang lag bei rund 250 Euro, ein Betrag, den ich brav unter „Investitionskosten Q1" in meiner Tabelle verbucht habe, eine alte Projektleiter-Gewohnheit. Auf 42 Übungseinheiten à 45 Minuten über die 14 Wochen umgelegt, ergibt das einen Preis von etwa sechs Euro pro Einheit. Ein Gitarrenlehrer in Hannover verlangt für dieselbe Zeit zwischen 35 und 50 Euro, reiner Unterricht ohne Anfahrt eingerechnet. Wer vor dem Kauf zwischen Abo und Einmalkauf schwankt, wie es bei vielen Anbietern zur Wahl steht, sollte diese Rechnung unbedingt selbst aufmachen, bevor er sich festlegt. Getestet habe ich vorher über eine kurze Testphase, wie sie inzwischen die meisten seriösen Anbieter einräumen, um Kameraführung und Tonqualität der Videos zu prüfen. Die Rückerstattungsquote liegt laut Anbieterangaben bei 3,45 Prozent und damit leicht über dem Marktschnitt, was ich mir so erkläre, dass mancher Einsteiger unterschätzt, wie viel eigene motorische Arbeit auch ein gut strukturierter Kurs verlangt.

Selbstkontrolle ohne Lehrer organisieren

Ein Online-Kurs liefert kein Feedback in Echtzeit. Spreizt der kleine Finger beim Greifen unvorteilhaft ab, korrigiert das niemand live vor Ort. Gelöst habe ich das, indem ich mich einmal wöchentlich mit dem Smartphone gefilmt und die Aufnahme direkt neben das Kursvideo gelegt habe — mühsam, aber im Rahmen eines autodidaktischen Ansatzes überraschend wirksam. Ein Bekannter von mir belegt seit einiger Zeit einen Aquarell-Kurs an der Volkshochschule, und was er über den Aufbau seiner Kurseinheiten erzählt — klare Etappen, feste Wiederholungen, kein Sprung zum Meisterwerk in der zweiten Stunde — deckt sich fast eins zu eins mit dem, was mir am Modulsystem gefällt: Struktur schlägt Inspiration, wenn es ums Dranbleiben geht.

Neulich, beim Einparken am Maschsee-Ufer, lief mir ein Riff automatisch durch den Kopf — eines, das ich vor einem Jahr nicht mal in Zeitlupe sauber hinbekommen hätte. Die Finger tippten es im Kopf einfach mit, während der Wagen noch rollte, und das war der Moment, in dem sich die ganze Rechnerei aus Euro und Übungsstunden für mich erstmals ausgezahlt hat.

Wo Wiedereinsteiger typischerweise hängen bleiben

Ein Punkt, an dem viele nach Jahrzehnten Pause hängen bleiben, ist der Wechsel zwischen Barré-Griffen — die Fingermotorik im Wiedereinstieg unterscheidet sich spürbar von der eines Teenagers, der noch keine festen Bewegungsmuster im Weg hat. Bei mir half es, das Pensum für ein paar Tage zu halbieren und mich ausschließlich auf die mechanische Bewegung zu konzentrieren, statt neue Lektionen zu beginnen. Der Kurs erlaubt es, jede Lektion beliebig oft zu wiederholen, was in dieser Phase mein wichtigstes Werkzeug war.

Abo, Einmalkauf oder Alternative: eine nüchterne Einordnung

Für alle, die nach Jahrzehnten wieder zur Gitarre greifen und dabei keinen Rockstar-Ruhm, sondern einen strukturierten Ausgleich zum Berufsalltag suchen, bleibt der E-Gitarrenkurs von meineMusikschule meine Empfehlung: ein logisch aufgebautes System ohne unnötigen Ballast, bei überschaubarem finanziellem Risiko, sobald man es auf die einzelne Übungsstunde herunterrechnet. Wer es lieber langsamer angehen möchte oder wenig Zeitbudget hat, findet im norberg Gitarrenkurs eine bewährte, wenn auch weniger straff getaktete Alternative. Über die Kontinuität in der Ausführung entscheidet, wie bei jedem Projekt, weniger die Wahl des Werkzeugs als das Durchhalten selbst — meine Tabelle unter „Investitionskosten Q1" führe ich jedenfalls weiter, das nächste Modul ist schon terminiert.