MeineMusikschule E-Gitarre im Test: Mein 14-Wochen-Projektbericht (Update 2026)

Aktualisiert
MeineMusikschule E-Gitarre im Test: Mein 14-Wochen-Projektbericht (Update 2026)

Ich stand Anfang Januar dieses Jahres vor einem schwarzen Koffer, der seit 25 Jahren nicht mehr bewegt worden war. Darin lag eine E-Gitarre, ein Relikt meiner späten Jugend in Hannover, verstaubt und mit Saiten, die beim ersten Berühren eher an rostigen Drahtzaun als an ein Musikinstrument erinnerten. Als Projektleiter bin ich es gewohnt, Bestandsaufnahmen zu machen, bevor ich ein Budget freigebe. Die Frage war simpel: Ist es mit 47 Jahren möglich, dieses Instrument ohne teuren Vor-Ort-Unterricht so weit zu beherrschen, dass es nicht mehr nach einer Mittelalterkrise, sondern nach Musik klingt.

Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Bericht sind Affiliate-Links. Wenn Sie darüber einen Kurs buchen, erhalte ich eine Provision — für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Ich empfehle hier ausschließlich Programme wie den Kurs von meineMusikschule, die ich über einen Zeitraum von mindestens 14 Wochen systematisch getestet und in meiner persönlichen Fortschrittstabelle dokumentiert habe.

Nachdem ich bereits in verschiedenen Vergleichen Formate analysiert hatte, fiel meine Wahl für den elektrischen Wiedereinstieg auf meineMusikschule. Der Grund war die modulare Struktur. Ich brauche keine hippen Influencer, die mir sagen, wie „cool“ Rock 'n' Roll ist. Ich brauche einen Lehrplan, der sich in Sprints unterteilen lässt. Die Investition belief sich auf rund 250 Euro für den Kurszugang, was ich sofort in meine Excel-Tabelle unter „Investitionskosten Q1“ verbuchte. Ein wichtiger Aspekt für mich war dabei auch, ob man einen Online Gitarrenkurs ohne Noten sinnvoll absolvieren kann, da mein Gedächtnis für Notenblätter in den letzten zwei Jahrzehnten stark gelitten hat.

Struktur und Methodik: Der Projektplan für die Finger

Ein Notizbuch mit Übungszeiten und ein Gitarrenplektrum auf einem Schreibtisch neben einem Laptop.

Der Kurs von meineMusikschule verfolgt einen sehr linearen Ansatz. Das kommt meiner Arbeitsweise entgegen. Während man bei YouTube-Tutorials oft von einem Video zum nächsten springt und dabei fundamentale Techniken wie das Palm Muting übersieht, ist dieser Kurs wie ein gut strukturiertes Lastenheft aufgebaut. Man beginnt nicht mit dem Solo von „Hotel California“, sondern mit der korrekten Haltung und der Synchronisation beider Hände. Wer nach einem klaren Fahrplan sucht, findet hier das, was ich unter Gitarre lernen mit System verstehe.

Ein wesentlicher Aspekt, den ich schätze, ist die visuelle Aufbereitung. Die Videos sind sachlich, die Kameraeinstellungen zeigen präzise, was die Greifhand tut. Es gibt keine Abkürzungen, was manchen vielleicht abschreckt, mir aber die Sicherheit gibt, keine Zeit in falsche Bewegungsmuster zu investieren. In der Fachwelt wird oft betont, wie wichtig diese Grundlagen für die langfristige Fehlervermeidung sind. MeineMusikschule nimmt das ernst und verzichtet auf unnötiges Entertainment-Beiwerk.

Im Vergleich dazu wirkt der norberg Gitarrenkurs fast schon etwas zu gemütlich. Wer jedoch eine extrem niedrige Stornoquote sucht und absolute Geduld benötigt, könnte dort glücklicher werden. Für mich war jedoch die etwas straffere Taktung bei meineMusikschule ausschlaggebend, um innerhalb der ersten 14 Wochen vom Keller-Fundstück zum ersten kontrollierten Solo zu kommen.

Die 14-Wochen-Bilanz: Eine Auswertung in Zahlen

Ich habe mein Training Anfang Januar gestartet und Mitte April die erste Phase abgeschlossen. In dieser Zeit habe ich 42 Übungseinheiten à 45 Minuten absolviert. Das entspricht einer Gesamttrainingszeit von etwa 31 Stunden. Wenn man die Kurskosten von 253 Euro gegenrechnet, ergibt das einen Preis von etwa 6 Euro pro Übungseinheit. Ein privater Lehrer in Hannover verlangt für 45 Minuten zwischen 35 und 50 Euro. Rein rechnerisch ist die Effizienz des Online-Kurses also unschlagbar, sofern man die notwendige Selbstdisziplin mitbringt.

Der zeitliche Ablauf gestaltete sich wie folgt: In den ersten vier Wochen lag der Fokus fast ausschließlich auf Powerchords und Rhythmusstabilität. Der „Mittelalter-Blues“ schlug kurz zu, als die Hornhaut an den Fingern noch fehlte und die mechanische Belastung ungewohnt war. Von Woche fünf bis neun erfolgte die Einführung der Pentatonik. Hier fing es an, tatsächlich nach E-Gitarre zu klingen. In den letzten Wochen des ersten Quartals wurden diese Elemente schließlich in ersten Licks und einem einfachen Solo kombiniert.

Der subjektive Fortschritt, den ich in meiner Skala von 1 bis 10 bewerte, stieg von einer soliden 2 (Saiten unfallfrei anschlagen) auf eine 6,5 (flüssiges Spiel einfacher Rock-Rhythmen). Das Ziel war nicht die Perfektion, sondern die operative Handlungsfähigkeit am Instrument. Das Modulsystem hat hierbei als Leitplanke gedient, die verhinderte, dass ich mich in zu komplexen Techniken verliere, bevor die Basis saß.

Herausforderungen im Selbststudium und Qualitätskontrolle

Man muss ehrlich sein: Ein Online-Kurs bietet kein direktes Feedback. Wenn ich meinen kleinen Finger beim Greifen unvorteilhaft abspreize, korrigiert mich kein Lehrer live vor Ort. Ich habe dieses Problem gelöst, indem ich mich einmal pro Woche selbst mit dem Smartphone gefilmt habe. Der Vergleich meiner Aufnahme mit den Kursvideos war meine Form der Qualitätskontrolle. Es ist mühsam und erfordert eine gewisse Objektivität gegenüber dem eigenen Unvermögen, aber es funktioniert im Rahmen eines autodidaktischen Ansatzes erstaunlich gut.

Ein weiterer Punkt ist die Motivation. Gegen Ende des zweiten Monats stagnierten meine Fortschritte beim Wechsel zwischen Barree-Griffen. In einem Projekt würde man hier von einem Bottleneck sprechen. Ich habe das Pensum für einige Tage halbiert und mich nur auf die mechanische Bewegung konzentriert. Die Struktur des Kurses erlaubt es, Lektionen beliebig oft zu wiederholen, was ich in dieser Phase intensiv genutzt habe. Die Rückerstattungsquote des Kurses liegt laut Statistik etwas höher als bei anderen Anbietern, was vermutlich daran liegt, dass viele Einsteiger unterschätzen, dass auch ein strukturierter Kurs harte Arbeit an den eigenen motorischen Fähigkeiten bedeutet.

Fazit für rationale Späteinsteiger

Wer wie ich nach Jahrzehnten wieder zur Gitarre greift, sucht meist keinen Rockstar-Ruhm, sondern einen Ausgleich zum Berufsalltag, der messbare Ergebnisse liefert. Der E-Gitarrenkurs von meineMusikschule bietet genau das: Ein logisch aufgebautes System ohne unnötigen Ballast. Mit Gesamtkosten von etwa 250 Euro ist das finanzielle Risiko überschaubar, besonders wenn man es auf die einzelnen Übungsstunden herunterbricht.

Ich werde meine Excel-Tabelle weiterführen und im nächsten Quartal mit den fortgeschrittenen Modulen beginnen. Für alle, die eine klare Struktur und einen sachlichen Ton schätzen, ist dieser Weg absolut empfehlenswert. Falls Sie es lieber etwas langsamer angehen möchten oder ein sehr begrenztes Zeitbudget haben, finden Sie im norberg Gitarrenkurs eine bewährte Alternative. Am Ende zählt jedoch nicht die Wahl des Kurses allein, sondern die Kontinuität in der Ausführung. Die Implementierung entscheidet über den Erfolg, nicht nur das Konzept.

Falls Sie also auch noch ein verstaubtes Instrument im Keller haben, kann ich nur dazu raten, den Prozess einfach zu starten. Die Investition in den Kurs war für mich der nötige Impuls, um aus einem „vielleicht irgendwann“ ein konkretes „jeden Dienstag und Donnerstag“ zu machen. Der Weg vom Keller-Fundstück zum ersten Solo ist kein Sprint, sondern ein gut geplantes Projekt.